WP I Mein Leben

4 Foto: XX MEIN LEBEN ICH BIN EIN TEIL VON EUCH Sophia Achenbach ist in Siegen geboren und hat ein Einser-Abitur gemacht. Trotzdem fragt man sie, wo sie herkommt und lobt ihr gutes Deutsch. Papa kommt aus Kenia, von ihm habe ich die dunklere Haut, die Locken, die volleren Lippen. Meine Mutter ist weiß. Sie ist auch in meinem Beisein gefragt worden, wo man denn so nied- liche Adoptivtöchter herbekommt. Je- des Mal war es, als breche für mich – wenn auch nur für eine Sekunde – eine kleine Welt zusammen. Rassismus hat viele Gesichter. Ihm zu begegnen ist ein täglicher Kampf – bis Sophia Achenbach aus Siegen, 21 Jah- re alt, in der Ausbildung zur Gesund- heits- und Krankenpflegerin: „Als Kind, als junge Jugendliche hatte ich nur einen Wunsch: Ich wollte un- sichtbar sein. Ich wollte in der Masse verschwinden. Der Grund ist nahelie- gend: Als Kind und Jugendliche war ich – wie jeder andere in diesem Alter – sehr intensiv auf der Suche nach mir selbst, nach meiner eigenen Identität. Und auf diesem Weg habe ich zumin- dest schonmal sehr früh erfahren, wer ich nicht bin: Jemand, der ganz selbst- verständlich zu dieser Gesellschaft da- zugehört. „Ist das auch deine echte Mama?“ Eine meiner prägendsten Kindheitser- innerungen ist, dass sich Erwachsene zu mir herunterbeugen und fragen: „Ist das auch deine echte Mama?“ Mein ALLTAGS-RASSISMUS: WENN MAN SICH IM EIGENEN LAND FREMD FÜHLT Fotos: Bernd Thissen / FUNKE Foto Services RASSISMUS HAT VIELE GESICHTER. IHM ZU BEGEGNEN IST EIN TÄGLICHER KAMPF – BIS HEUTE. SOPHIA ACHENBACH

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